Donnerstag, 4. Mai 2017

Rezension: Die 100

Die 100 1

Kass Morgan
Originaltitel: The 100
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 27.7.2015
Format/Preis: 
Taschenbuch: 12,99€
Verlag: heyne>fliegt
ISBN: 978-3-453-26949-1





Inhalt

Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können ...


Meine Meinung

Da ich ein sehr großer Fan der Serie bin und sie schon seit Beginn der 1. Staffel verfolge und bei den Abenteuern der Protagonisten mitfiebere, kam ich um das Buch nicht herum und wollte es unbedingt lesen. Deshalb bin ich wohl etwas mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die erste Sache die mich schon stört ist das Cover. Wer auch immer sich das überlegt hat, hat wohl das Buch nicht einmal aufgeschlagen. 3 von 6 Personen kommen im Buch überhaupt nicht vor und eine ist im Buch deutlich jünger. Es ist einfach nur das Seriencover als Buchcover, obwohl es sogar noch eine Figur gibt die im Buch und der Serie vorkommt und die man also mit hätte auf das Bild bringen können. Wirklich schade finde ich auch, dass es keine "normale" Ausgabe gibt, sondern nur diese Serienausgabe, da ich sowieso Menschen/Gsichter auf Büchern nicht mag.
Dennoch geht es ja mehr um die Geschichte. Dazu muss man sagen, dass bis auf die Grundidee (die wirklich genial ist!), ein paar Figuren und ein paar Handlungen sich Buch und Serie komplett unterscheiden. Man kann also beides als verschiedene Geschichten ansehen - ich versuche nicht zu sehr meine Meinung der Serie mit einfließen zu lassen, was aber sehr schwer ist.
Man bekommt die Geschichte immer aus anderen Sichten zu lesen, jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Das mag ich sehr, da man so die Meinungen und Gedanken mehrerer Personen erfährt und nicht nur von einer. Man bekommt mehr Verständnis für das Handeln der einzelnen Figuren. 
Was ich allerdings nicht mochte ist, dass sie sich ziemlich oft abgewechselt haben. Man war kaum in der Geschichte einer Figur drin, da fing schon wieder ein neues Kapitel an und man wurde wieder herausgerissen. 
Mir hat es zudem an Gefühlen gefehlt und manchmal hatte ich das Gefühl, dass es sich mehr um eine Lovestory drehte, als wirklich um das eigentliche Thema - das Überleben auf der Erde. Die Eindrücke der Welt sind mir auch ein bisschen zu kurz gekommen. Die Leute sind zum allerersten Mal auf der Erde, atmen frische Waldluft, spüren zum ersten Mal Regen auf ihrer Haut, fühlen zum ersten Mal die Sonne ... die Liste ist unendlich lang. Aber gestört hat es die Charaktere eher weniger. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Eindrücke und Gefühle gewünscht, da es kaum erwähnt wurde. 
Die Geschichte war zwar nie langweilig, aber einen richtigen Spannungsschub gab es dann doch erst am Ende des Buches.
Der Schreibstil war ganz ok. Er war nicht besonders, aber ich bin gut damit zurechtgekommen. Was allerdings sehr gestört hat, war die Vertauschung der Namen. Vielleicht lag es auch an der Übersetzung, das kann ich leider nicht beurteilen. Aber wenn dann nach dem gefühlt 10x 'Glass' 'Clarke' heißt, dann nervt es doch schon sehr.
Es gab ziemlich viele (wichtigere) Charaktere in diesem Buch. Alle einzeln aufzuzählen, würde viel zu lange dauern. Es gibt einige bekannte Serienfiguren wie  Clarke, Wells oder Bellamy, einige, wie Monty, Jasper oder Murphy sind Erfindungen der Serie, aber es gibt auch neue Charaktere wie zb Glass und Luke. Auf diese beiden Charaktere möchte ich noch etwas genauer eingehen. Beide bleiben auf dem Raumschiff und sind somit nicht ein Teil der 100, die auf die Erde gelangen. Ihre Geschichte und Beziehung finde ich im Buch wirklich spannend, vielleicht auch, weil es die beiden in der Serie nicht gibt. Durch sie erfährt man, was sich derzeit auf dem Raumschiff abspielt und viele aufregende Rückblenden runden ihre Charaktere ab. Ihre Geschichte hat mich mit am meisten interessiert.
Doch insgesamt blieben alle Figuren etwas oberflächlich. Die Idee ist mir bewusst: Viele komplett unterschiedliche Figuren treffen aufeinander und müssen sich wohl oder übel zusammenreißen um zu überleben. Deswegen hätte ich gerne etwas mehr über die anderen erfahren, da viele nicht wirklich interessant waren und mehr Tiefe in den Protagonisten wäre auch schön gewesen.

Fazit

Ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Leider war ich durch meine hohen Erwartungen enttäuscht. Die Reihe hat auf jeden Fall noch viel Luft nach oben, aber vor allem das Ende hat mich doch gepackt und mich zum weiterlesen angeregt.
Ich vergebe dem Buch "Die 100" insgesamt 3,5 von 5 Sternen.

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